Buket GULs Werk entsteht aus den tiefen Brüchen der Erinnerung: dem Echo erzwungener Migration, den fragmentierten Spuren persönlicher Geschichte. Als Absolventin der Mimar Sinan Universität der Schönen Künste nähert sie sich dem Akt des Schaffens mit sowohl konzeptueller Tiefe als auch materieller Intuition. Die Oberfläche ist niemals neutral ein Ort, an dem kollektives Trauma und privater Schmerz zusammenfließen.
Die visuelle Sprache, die sie zwischen Malerei und Textil webt, lehnt lineare Erzählung ab. Farbe wird in ihren Händen zu einer psychischen Kraft zu einem Mittel, um die Spannung eines Raums, die Unruhe eines Körpers und die Atmosphäre einer Epoche auszudrücken.
Balkone, Korridore, enge Durchgänge Räume, die oft übersehen werden verwandeln sich in verdichtete Metaphern von Gefangenschaft, Exil und Entwurzelung.
In neueren Arbeiten löst sich die Figur auf. Was bleibt, ist Geste ohne Erklärung, Form ohne Auflösung, Gefühl ohne Filter. Diese Werke sind nicht dazu gemacht, verstanden zu werden sie sind dazu gemacht, durch die Haut, durch die Stille aufgenommen zu werden.
Bei Get Society × Get SoArt lesen wir Buket GULs Werke nicht als Spiegelungen der sichtbaren Welt. Wir treten in sie ein als zerbrochene Schwellen, Räume, in denen Erinnerung die Oberfläche erschüttert und das einst Unsagbare zu atmen beginnt.