Mira ORAN malt nicht, was gesehen wird. Sie malt, was darunter bebt. Ausgebildet an der Technischen Universität Yıldız mit Grundlagen in Bildhauerei, Serigrafie und Druckgrafik, begann ihre Praxis mit Kohlezeichnungen, verlagerte sich jedoch bald zu Farbe, Textur und Intuition geformt durch die expressive Dringlichkeit der Abstraktion.
Ihre frühesten Porträts wurden in Kohle ausgeführt roh, intim und ungefiltert. Doch die Reise blieb nicht in Schwarz und Weiß. Sie bewegte sich. Sie brannte in die Farbe hinein. Ihr Übergang zur expressionistischen Abstraktion war kein Stilwechsel, sondern ein Wechsel der Empfindung. In ihren Händen wird Farbe nicht aufgetragen sie wird freigesetzt.
ORAN arbeitet mit Spachteln, Textur und Dripping Techniken und lässt die Materie instinktiv über die Leinwand fließen.
Augen erscheinen. Dann lösen sie sich auf. Gesichter zerbrechen. Dann formen sie sich neu. Das Sichtbare und das Unsichtbare verschwimmen und wir werden nicht in Porträts hineingezogen, sondern in Zustände des Seins.
Ihre gefeierte Serie „Bird Paradise“ lädt uns ein, unsere eigenen Flügel zu öffnen. Diese Vögel sind keine Geschöpfe sie sind Fragen im Flug. Sie tragen den Schmerz der Transzendenz, die Sehnsucht nach Anderswo und den Traum der Rückkehr. Durch sie malt Oran nicht das, was am Himmel zu sehen ist, sondern das, was in uns aufsteigt, wenn wir hinaufblicken.
Bei Get Society × Get SoArt sehen wir ORANs Gemälde nicht als Darstellungen. Wir betreten sie als Landschaften des Gefühls, wo Farbe zu Atem wird, Geste zu Erinnerung und das Sichtbare sich in das Ungesagte auflöst.